Neustadt, 12. November 2014

LONDON - Eine Stadt, die man einfach lieben muss

Lea, Auszubildende zur Bürokauffrau beim Flughafen Hannover, absolviert derzeit ein 13-Wochen-Praktikum in London.
Hier ihr Bericht:

„A bad day in London is much better than a good day anywhere else" - mein aktuelles Lebensmotto!

Nun sind schon die ersten zwei meiner drei Auslandsmonate hier in London vorbei und ich muss wirklich sagen, dass die Zeit vergangen ist wie im Flug.

Ich bin Mitte September angekommen und habe vorübergehend in einem Hostel gelebt. Zu Beginn war ich eine Woche lang in einer Sprachschule. Dort habe ich einen 'English for work' - Kurs besucht, den ich wirklich allen, die zum ersten Mal in einem englischsprachigen Land arbeiten, nur empfehlen kann.

Im Gegensatz dazu möchte ich allerdings von Hostels abraten, denn die Standards dort sind nicht wirklich mit denen in Deutschland zu vergleichen. Aus diesem Grund habe ich mich auch dazu entschieden, noch vor meinem ersten Arbeitstag dort auszuziehen. Seit Ende September lebe ich nun bei einer Gastmutter. Zusammen mit einer Studentin aus China sind wir eine Dreier-Familien-WG und ich muss sagen, sie kümmert sich um alles, wie die eigene Mutter.

An meinem ersten Arbeitstag war ich sehr aufgeregt und angespannt. Würde man alles verstehen? Wie sind die Kollegen? Wird man den Anforderungen gerecht?
Doch auch wenn das Gebäude von außen nicht den Anschein danach macht, dass sich im Inneren eine Firma befindet, hat man sich schnell daran gewöhnt. Brandschutz, Ergonomie und Sauberkeit haben für meinen Chef einen geringeren Stellenwert, doch was für mich viel wichtiger ist, sind die Kollegen und die Arbeit an sich. Es macht Spaß, und auch die Arbeitszeiten sind angenehmer als in Deutschland. Von halb 10 bis 17 Uhr inklusive einer Stunde Mittagspause. Da kann man sich nicht beschweren.

Abgesehen von der Zeit auf der Arbeit bleiben die Wochenenden und die Abende unter der Woche. Mein Chef sagt mir jeden Tag: Du bist in London. Geh raus, erlebe was, setz dich in den Pub. Genieß die Zeit!
Und das macht man hier wirklich. Zusammen mit Freunden und Kollegen geht man auch unter der Woche abends oft noch weg. Ganz egal welcher Tag oder welche Uhrzeit, hier in London ist IMMER was los.
Und auch die Leute hier sind im Vergleich zu den meist gestressten Deutschen hilfsbereit, herzlich und kommunikativ. Man bekommt nie das Gefühl als Ausländer abgestempelt zu werden, denn London ist eine der multikulturellsten Städte der Welt. Hier ist jeder herzlich willkommen, egal wo man herkommt.

Da ich die typischen Touristen-Attraktionen von früheren Urlauben kenne, halte ich mich in meiner Freizeit davon fern und genieße London mit seinem wirklichen Charme abseits der Oxford Street oder dem Buckingham Palace. An Wochenenden geht es dann auch schon mal Richtung Wales oder Schottland. Urlaub im Urlaub? Nein, weil für mich London kein Urlaub ist. Ich fühle mich seit der zweiten Woche schon nicht mehr wie eine Fremde oder gar ein Tourist. Die Stadt hat mich fasziniert und ich fühle mich hier zuhause. Hätte ich die Chance, dann würde ich hier bleiben, denn auch die englische Sprache kann ich mir gar nicht mehr wegdenken.

Der Schritt nach London gegangen zu sein war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Ich möchte jedem wirklich raten, wenn man die Chance bekommt, ins Ausland zu gehen, dann sollte man sie nutzen. Man kann nur gewinnen und vor allem in einer Metropole wie London!!