Neustadt, 22. Juni 2016

Rund 100 Jahre Unterricht gehen in den Ruhestand

BBS Neustadt a. Rbge verabschiedet
drei langjährige Kollegen

Mit dem Ende des Schuljahres verlassen nicht nur Schülerinnen und Schüler die Berufsbildenden Schulen Neustadt, sondern auch drei beliebte, langjährige Kollegen.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde verabschiedete Oberstudiendirektor Bernhard Marsch die Oberstudienräte Ulrich Borcherding, Günter Zembsch und Arno Zittlau in den wohlverdienten Ruhestand.

Die Kollegen Zittlau, Zembsch, und Borcherding sind in den Jahren 1980 bis 1983 an die Berufsbildenden Schulen Neustadt gekommen. Die Kollegen Zembsch und Borcherding unterrichteten in der beruflichen Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung, Arno Zittlau in Metalltechnik und Englisch.

Schulleiter Bernhard Marsch ließ die Karriere der drei Lehrer Revue passieren und erzählte im Kreis der Kolleginnen und Kollegen, dass Herr Borcherding zu Beginn seiner Lehrertätigkeit u. a. Arzthelferinnen sowie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte sowie Fachoberschüler/-innen in der Fachrichtung Wirtschaft unterrichtete, bevor sich neben einem vielfältigen Einsatz zwei Unterrichtsschwerpunkte herauskristallisierten. Seit der Einführung des beruflichen Gymnasiums 1989 war er im beruflichen Gymnasium in den fachrichtungsbezogen Profilfächern, insbesondere Volkswirtschaft, tätig. Laut Marsch leistete er in seiner Funktion als Bildungsgangsgruppenleiter des Beruflichen Gymnasiums hervorragende Arbeit. Neben dem beruflichen Gymnasium war er insbesondere in den Büroberufen unterrichtlich eingesetzt, wo er sich auch lange Jahre in Prüfungsausschüssen engagierte. Sein Engagement galt allerdings nicht nur den leistungsambitionierten Abiturienten, sondern auch Lernenden, die über nicht so gute Lern- und Leitungsvoraussetzungen verfügten. Langjährig engagierte er sich daher in der Berufsfachschule Einzelhandel mit dem Schülerunternehmen Kiosk. Zusammenfassend zeigt die Lehrerlaufbahn von Ulrich Borcherding das breite Tätigkeitsspektrum, das von Berufsschullehrkräften bewältigt werden muss.

Günter Zembsch unterrichtete von Anfang an in der zweijährigen Berufsfachschule – Wirtschaft - und viele Jahre lang bei den Bank- und Sparkassenkaufleuten. Im Laufe der Zeit wurde er mehr und mehr in der Berufsfachschule für Realschulabsolventen eingesetzt und bei den Ausbildungsberufen Kaufmann / Kauffrau im Einzelhandel und Verkäuferinnen und Verkäufer. In diesen Ausbildungsberufen fand er mit steigenden Schülerzahlen seinen unterrichtlichen Schwerpunkt. Es gelang ihm, im Unterricht eine freundliche, angenehme und angstfreie Lernatmosphäre zu schaffen und seine Schülerinnen und Schüler zielgerichtet zur erfolgreichen Prüfung zu führen. Schulleiter Marsch betonte, dass Günter Zembsch seine Aufgaben stets mit großem Engagement und Zuverlässigkeit wahrgenommen hat und zum Bildungsgangsgruppenleiter für diesen Bereich und für die Berufsfachschule – Einzelhandel – ernannt wurde.

Arno Zittlau war zu Beginn seiner Lehrtätigkeit, 1980, in vielen verschiedenen Schulformen eingesetzt wie Berufsgrunbildungsjahr, Berufsvorbereitungsjahr, Berufsschule, Fachoberschule und dies an vielen verschiedenen Standorten wie der Goethestraße, im alten Krankenhaus, im ZSH, im ZWV und im BBZ. Seit 1988 unterrichtete er in der Fachoberschule Wirtschaft sowie der Fachoberschule Technik und in der Abendschule für die Zusatzqualifikation zur Erlangung der Fachhochschulreife, FOQ, bis heute überwiegend das Fach Englisch. Da er sich für dieses Fach immer sehr begeisterte, nahm er 1988 an einem Austauschprogramm in Irland teil. Ebenso kümmerte er sich mit Engagement um schulische Gäste. So betreute er auch am Wochenende Gäste aus Südafrika und veranstaltete mit ihnen Sightseeing in Niedersachsen. Zur Erheiterung des Kollegenkreises der Feierstunde berichtete der Schulleiter, dass Herr Zittlau die ausländischen Gäste am Abend gerne bei sich zuhause mit einer typisch deutschen Mahlzeit – Rouladen mit Rotkohl und Klößen - bewirtete. Im Jahr 2014 wurde Zittlau zum Bildungsgangsgruppenleiter für die Fachoberschule – Technik - sowie die FOQ ernannt. Er führte seine Bildungsgangs- und Teamsitzungen immer in einer entspannten Atmosphäre durch, die konstruktive Lösungen für alle schulischen Herausforderungen ermöglichte. Erwähnenswert, so Marsch, ist, dass er in seiner langjährigen Dienstzeit insgesamt zehn Kultusminister kommen und gehen sah – aber nur zwei Schulleiter!

Die drei Kollegen verlassen die Berufsbildenden Schulen Neustadt mit einem lachenden und einem weinenden Auge, die freudige Erwartung auf den Ruhestand überwiegt jedoch.

Bei der Übergabe der Versetzungsurkunde wünschte der Schulleiter Marsch den Kollegen vor allem Gesundheit und alles Gute für ihre bevorstehende Zeit.