Auf ein Wort...: "Inklusion"

Auf dem Weg zur inklusiven Schule

Seit der im März 2009 in Deutschland in Kraft getretenen Behindertenrechtskonvention, in der ein inklusives Bildungsangebot auf allen Ebenen gefordert wird, besteht die vordringliche Aufgabe aller Bildungseinrichtungen darin, das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen in allen Schulformen zu ermöglichen.

Diese Aufgabe ist im Niedersächsichen Schulgesetz wie folgt manifestiert:

§ 4 NSchG Inklusive Schule, Gesetz vom 23.3.2012
Die öffentlichen Schulen ermöglichen allen Schülerinnen und Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang und sind damit inklusive Schulen. Welche Schulform die Schülerinnen und Schüler besuchen, entscheiden die Erziehungsberechtigten.

§ 59 Abs. 1 Satz 1 NSchG
Die Erziehungsberechtigten haben im Rahmen der Regelungen des Bildungsweges die Wahl zwischen den Schulformen und Bildungsgängen, die zur Verfügung stehen.
Auch an unserer Schule gibt es schon seit vielen Jahren Schülerinnen und Schüler, die mit verschiedensten Beeinträchtigungen leben. Seit dem Schuljahr 2014/15 ist nun auch die BBS Neustadt a. Rbge. ganz bewusst auf dem „Weg zu einer inklusiven Schule".
In diesem Schuljahr werden insgesamt sieben Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10-12 bei uns im Berufsvorbereitungsjahr sonderpädagogisch in dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung" gefördert. Dafür sind eine Förderschullehrerin bzw. ein Förderschullehrer mit insgesamt 25 Stunden in der Woche vor Ort. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit mit der Paul-Moor-Schule in Wunstorf. Alle Jugendlichen bringen unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten in unsere Schule ein und lernen gemeinsam mit Anderen.

Diese Vielfalt sehen wir als Bereicherung für unser Schulleben an. Gerade durch die Unterschiedlichkeit der einzelnen Schülerinnen und Schüler sollen die Schülerinnen und Schüler Akzeptanz und Toleranz gegenüber anderen Menschen erlernen und rücksichtsvolle Verhaltensweisen einüben. Das Übernehmen von Verantwortlichkeit, z.B. als Schülerpate, und das Anbieten von Hilfe und Unterstützung sollen zu einer Selbstverständlichkeit werden. Auf diese Weise können die Jugendlichen voneinander profitieren, sie müssen sich mit eigenen Schwächen und Stärken auseinander setzen und sich individueller Fähigkeiten bewusst werden – ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Sozial- und Selbstkompetenz, die letztlich auch in der Arbeitswelt entscheidende Schlüsselqualifikationen darstellen.

Inklusion verstehen wir dabei als ein umfassendes Konzept des menschlichen Zusammenlebens sowie die Ausrichtung unseres Berufsbildungszentrums auf die unterschiedlichen Voraussetzungen von Jugendlichen. Ziel aller Maßnahmen ist, die gemeinsame berufliche Orientierung und Bildung für Jugendliche zu verwirklichen und mit Hilfe sonderpädagogischer Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote diesen Jugendlichen unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen den Zugang in die Arbeitswelt zu erleichtern, um ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen.

Auch als Kollegium machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Denn nicht nur für die Schülerinnen und Schüler ist es ein Veränderungsprozess, auch das Kollegium befindet sich in einem Aufbruch in ein neues Arbeiten. Vor uns liegt ein lang währender Prozess, der eines ständigen Austauschs der Professionen, ständiger Evaluation und Weiterentwicklung bedarf.

Der Weg zu einer inklusiven Gesellschaft ist bereits beschritten – nun gilt es Konzepte und Projekte weiterzuentwickeln, die gewährleisten, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen in vollem Umfang tatsächlich „dabei" sind. Eines ist klar: Inklusion ist keine Frage der finanziellen Mittel. Im Bewusstsein von Allen muss sich etwas ändern. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg!

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